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Geschichte

 Allgemein
Ausgrabungen im Rahmen der Pfleghausrenovierung haben ergeben, dass sich an diesem Ort schon vor Christi Geburt eine rätische Siedlung befand. In der Zeit der Völkerwanderung sollen am Erlbach (Grenze zw. Abfaltersbach und Anras) Bajuwaren und Slawen aufeinandergestoßen sein. Um 1020 wird der Fürstbischof von Brixen bereits als bedeutender Gutsherr in Anras registriert (und neben ihm das Kloster Neustift). 1180 war ein ganzes Konzil samt Landtag in Anras (K. Maister). 1224 wird ein brixnerisches Dienstmannengeschlecht - "Herren von Anras" - genannt, das im "Turm von Anras" residierte. Ab 1236 gab es ein Urbaramt, das "Offizium". Das älteste Güter- und Abgabenverzeichnis (Urbar) datiert in das jahr 1253. 1298 wird von einer "Hofmark Anras" gesprochen, was auf eine Gerrichtsorganisation hindeutet. Friedrich von Gsies scheint 1319 als erster "Richter und Amtmann" in Anras auf. Die Gerichtsbezirke Anras, Tilliach und Bannberg wurden später in der Hand des Pflegers der "Herrschaft Anras" vereint. Seine Aufgaben waren militärischer, administrativer, polizeilicher und juristischer Natur. Die Görzer Grafen und in ihrer Nachfolge die Grafen von Wolkenstein machten sich immer wieder Übergriffe auf die Besitzungen und Rechte der Herrschaft Anras schuldig. Daran änderten auch herzogliche oder gar kaiseriche Richtssprüche nicht viel. 1665 erhielt die Herrschaft Anras die volle Kriminaljurisdiktion, d.h. auch die hohe Gerichtsbarkeit. In der Nähe von Asch wurde ein Galgen errichtet ("Galgenbühel").
1803 wurde die Skularisierung des Fürstentums Brixen beschlossen und 1805 das Gericht Anras aufgelöst.
Damit mutierte das einstmals gewichtige Anras zu einer rein bäuerlich ausgerichteten Gemeinde, die erst in den Fünfzigerjahren des 20. Jhdts. durch einen Straßenbau nach Abfaltersbach Anschluss and die Nachbarschaft fand.

 Besonderheiten und Katastrophen
Die Drau hat immer wieder die Straße schwer beeinträchtigt, Eisenbahnanlagen beschädigt, besonders 1882, als man von einer "Sintflut" im Pustertal sprach. In den Hochwasserjahren 1965 und 1966 kam die Gemeinde relativ glimpflich davon
Eine größere Gefahr ging vom Feuer aus, zumal das Straßendorf Asch viermal ein Raub der Flammen wurde.

 Bedeutende Persönlichkeiten
Der berühmteste Anraser ist Ritter Florian von Waldauf zu Waldenstein. Wegen eines Lausbubenstreiches soll er von Zuhause ausgerissen und in Sterzing von einem Wiener Ratsherren aufgelesen und adoptiert worden sein. Nach gediegener Ausbildung machte er karriere als Berater, Diplomat und Feldherr mehrerer Landesherren und röm. dt. Kaiser. Maximilian I schlug ihn 1490 zum Ritter und adelte auch seinen Vater Jörg (Georg). Florian von Waldauf kaufte 1492 Schloss und Herrschaft Rettenberg bei Kolsass. Von seinen vielen Reisen brachte er unzählige Reliquien mit, die in seiner Grabkapelle in Hall aufnahme fanden. Das Geschlecht der von Waldauf (Baldauf) bewirtschaftet zumindest seit 500 Jahren den "Balferhof" in Asch.
Toni Kollreider, 1904-1980, aus Asch besuchte die Kunstgewerbeschule in Innsbruck und lebte ein äußerst bescheidenes Künstlerleben als Holzbildhauer in Anras. Vor alem seine leicht abstrahierten Krippen sind weitum verbreitet.
Sein Bruder, Prof. Dr. Franz Kollreider, war durch Jahrzehnte Kustos von Schloss Bruck in Lienz.
P. Franz Hattler, Jesuit, war in der Herz-Jesu-Verehrung sehr aktiv und verfasste einschlägige Schriften.